Die Grenze seiner Liebe ist, dass sie keine hat.
Thérèse von Lisieux (1873-1897)

Kloster in Straubing

Chorgestühl

Seinen Bauplatz gegenüber dem 1356 gegründeten Herzogsschloss schenkte der Straubinger Bürger und Propst des Augsburger Domkapitels Albert Steinhauf den Karmeliten, als sie im Jahre 1368 aus der Bischofsstadt Regensburg nach Straubing übersiedelten. In Albrecht I., Regen­ten des 1353 entstandenen Herzogtums Straubing-Holland, fanden die Ordens­brüder Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel einen besonderen Gönner und Förderer. Von Papst Urban I. hatte er mit einer am 6. April 1367 zu Avignon ausgestellten Urkunde den Karmeliten die Erlaubnis für eine Niederlassung in seiner Herzogsstadt erwirkt, die ursprünglich auf den Unterhalt von zwölf Ordensbrüdern ausgerichtet war. Seit seiner Gründung gehört der Konvent, der im 18. Jahrhundert über 50 Mitglieder zählte, zur Oberdeutschen Provinz der Beschuhten Karmeliten. Bei ihrem feierlichen Umzug am 1. Oktober 1368 stand den Frauenbrüdern nur ein "clösterl" zur Verfügung, das aber entscheidend erweitert werden konnte, als Herzog Albrecht I. am 9. April 1374 seine Absicht verwirklichte, den Karmeliten ein "Kloster aus seinem Besitz zu stiften und auf herzoglichem Grund zu erbauen". Der älteste Klosterbau befand sich wahr­scheinlich auf der östlichen Seite des Geländes.

In der Folgezeit wurde er offenbar von Norden nach Süden und zum Chor der Kirche hin ausgebaut. Für das Jahr 1404 ist bereits ein Kreuzgang erwähnt. In den Zeiten der Reformation bedrängte das Kloster große finanzielle und personelle Not, die erst nach dem 30jährigen Krieg endgültig überwunden werden konnte.

Barocker Neubau

Nach kleineren Um- ­und Erweiterungsbauten des Klosters jeweils zu Beginn des 16. und 17. Jahr­hunderts legte man am 27. Juni 1684 den ersten Stein für einen barocken Neubau. Nachdem der Straubinger Hofmaurermeister Stephan Niderkhürchner die Keller gebaut und die Mauern zwei "Gaden" (Stockwerke) hoch aufgezogen hatte, wurde er auf Veranlassung des Priors P. Emanuel von dem aus Graubünden stammenden "beruembten Ingenieur und Architectus im Gericht Landau sesshafften" Johann Caspar Zucalli (Zugallius) abgelöst. Er vollendete den Bau mit dem Sommerrefektorium (große Aula) im Parterre (reiche Stuckdecke mit zwei Deckengemälden: Abendmahl, Gastmahl bei Simon dem Aussätzigen), dem mit Fresken verzierten (zu Beginn des 19. Jhs. übertünch­ten) Bibliothekssaal (1697) darüber sowie dem Refektorium über der Sakristei um 1700.

Ende, Wiedereröffnung und Übernahme durch die indische Provinz der Karmeliten

Bei der Säkularisation (1802) wurde die Straubinger Niederlassung zum Aussterbekloster der "Beschuhten Karmeliten" bestimmt. Um in der Seelsorge, die ihnen hier verboten war, arbeiten zu können, verließen die meisten Konventualen das Kloster.

Im Jahre 1841 erwirkte P. Petrus Heitzer aus Straubing, der letzte Karmelit und Prior des alten Klosters, von König Ludwig I. das Dekret zur Wiedereröffnung. Von hier erfolgten im 19. Jahrhun­dert die Erneuerung der Oberdeutschen Provinz, Neugründungen im Inland und 1864 in Nordamerika.

1993 feierte der Konvent zusammen mit dem Abschluss der Kirchenrenovierung sein 625jähriges Bestehen in der Stadt Straubing.
Die vielen Ordensheiligen erinnern an die Karmeliten, die hier ununterbrochen seit über 625 Jahren wirken. Entsprechend dem Ordensideal, das kontemplative Zurückgezogenheit und Offenheit für die seelische Not der Menschen miteinander verbindet, ist die Klosterkirche für viele Gläubige im weiten Umkreis eine gesuchte Stätte des stillen Gebets und der Seelsorge. Am 26. November übernahmen drei Brüder der indischen St. Thomas Provinz der Karmeliten die Pastoral an der Klosterkirche.

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  • Leidenschaft für Gott

    Die Spiritualität der Karmeliten wird auch als „800 jähriger Kommentar zum Hohelied der Liebe“ bezeichnet:

    Hörprobe mit freundlicher Genehmigung des Gütersloher Verlagshauses aus:
    Ulrich Tukur (Hrsg.), Das Hohe Lied der Liebe
    Gebundenes Buch, Pappband, 76 Seiten, 19,8 × 25,0 cm
    Mit 37 Fotos, Audio-CD
    Gütersloher Verlagshaus 2009
    ISBN: 978-3-579-06478-9